Ungewöhnliche Temperaturverteilung in Europa
Ein Blick auf die Temperaturverteilung in Europa zeigt derzeit viel mehr einen Gegensatz zwischen West und Ost als einen - wie man das erwarten würde - von Nord nach Süd. Kalte polare Luft hat sich vom Nordmeer über den Westen des Kontinents bis nach Spanien durchgesetzt, selbst in Marokko ist es deutlich kühler als gewohnt. Dagegen hat sich Warmluft über dem Osten Europas bis in den Norden Russlands durchgesetzt.
Als Beispiele für die Temperaturgegensätze sollen einige Höchsttemperaturen vom gestrigen Donnerstag dienen: Kalt präsentierten sich Frankreich und Spanien. In Paris erreichte das Quecksilber gerade mal 12, in Madrid 14 Grad. Über 20 Grad wurden nur in Andalusien und an der Mittelmeerküste gemessen. Auch in Marokko blieb es recht kühl. Bei auflandigem Wind wurden dort an der Atlantikküste gerade mal 20 Grad erreicht, im Binnenland zumeist auch unter 25 Grad.
Auch über Deutschland zeigt sich der Gegensatz zwischen West und Ost. So wurden im Westen des Landes gestern 10 Grad vielfach nicht erreicht. In Köln waren es gerade mal 9 Grad, in mittleren Höhenlagen der westlichen Mittelgebirge meist nur um 5 Grad, so z.B. in Nürburg oder Bad Berleburg. Wärmer war es dagegen im Osten und Südosten des Landes. An der unteren Donau wurden immerhin knapp 17 Grad gemessen, dort fiel gestern aber auch einiges an Regen. In der Nacht zum Freitag fiel die Temperatur im Westen Niedersachsens sogar wieder fast bis zum Gefrierpunkt, in Wittmundhaven und Oldenburg wurden Minima von 1 Grad und Bodenfrost registriert. Über den westlichen Niederlanden war es noch kälter. Dort gab es stellenweise sogar Frost in 2 Metern Höhe und Bodenfrost bis -5 Grad.
Werfen wir nun noch einen Blick auf die warme Hälfte Europas: So wurden gestern in Griechenland und rund um die Ägäis meist 25 bis 30 Grad registriert, im Binnenland örtlich sogar deutlich darüber. Viel ungewöhnlicher sind jedoch die hohen Temperaturen im Nordosten Europas. In Estland erreichte die Temperatur verbreitet über 25 Grad, auch in Finnland wurde die Schwelle zum Sommertag örtlich überschritten. Einige Gewitter vervollständigten dort den sommerlichen Charakter des Wetters. Nur an den Küsten war es noch deutlich kühler, was bei Wassertemperaturen von etwa 5 Grad im finnischen Meerbusen nicht überraschend ist. In Russland wurden in 64 Grad nördlicher Breite am teilweise noch eisbedeckten Weißen Meer in Archangelsk stolze 26 Grad erreicht, allerdings nur bei ablandigem Wind. Etwa 160 km nordwestlich in Zizgin, wo der Wind vom Meer her wehte, verharrte die Temperatur bei 4 Grad. Weit nördlich des Polarkreises, in Murmansk an der Barentssee, wurde es 15 Grad mild - und damit wärmer als in der spanischen Hauptstadt. Besonders heiß wurde es im nordrussischen Koslan auf 63 Grad nördlicher Breite mit 31 Grad, dagegen sind die 26 Grad in der russischen Hauptstadt ein geradezu bescheidener Wert.
Hier in Deutschland ist zunächst noch keine wesentliche Änderung der Wetterlage zu erwarten. So bleibt es auch am morgigen Samstag noch sehr kühl und überwiegend bedeckt, auch Regenfälle stehen weiterhin auf dem Programm. Erst am Sonntag wird es dann von Westen her langsam freundlicher und milder, eine durchgreifende Wetteränderung ist das aber noch nicht. Zunehmend auf West drehende Winde sorgen aber nächste Woche dann immerhin wieder für etwas höhere Temperaturen.
Dipl.-Met. Peter Hartmann Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Vom Hochsommer zum Winter - quer durch Europa
Eine Reise quer durch den europäischen Kontinent ist derzeit wie eine Reise durch die Jahreszeiten. So herrschten am Mittwoch auf der Iberischen Halbinsel verbreitet sommerliche Temperaturen über 25 Grad, in weiten Teilen sogar Werte über 30 Grad. Am Flughafen Sevilla (San Pablo) wurden beispielsweise satte 34 Grad gemessen, doch auch im Norden Spaniens wurde es stellenweise heiß, wie in Bilbao mit immerhin noch 33 Grad. Etwas gedämpfter, aber immer noch sommerlich zeigten sich die Temperaturen in Frankreich. Hier lagen die Werte meist zwischen rund 24 Grad im Norden und um 28 Grad, vereinzelt auch knapp über 30 Grad im Südwesten. Wir in Deutschland bekamen auch noch etwas von der Sommerluft mit, zumindest im Westen der Republik zeigten die Thermometer Höchstwerte von 25 Grad und knapp darüber an. In Richtung Nordwesteuropa, also auf den Britischen Inseln, herrschten Frühlingstemperaturen um die 20 Grad. Weiter in Richtung Osteuropa wurde es schon etwas frischer. Zwischen Baltikum und Schwarzem Meer lagen die Höchstwerte in der Regel zwischen 10 und 20 Grad. Die kältesten Ecken waren erwartungsgemäß im äußersten Norden und Osten des Kontinents zu finden. So wurden im Norden Norwegens und Finnlands und auch direkt am Ural nur Höchstwerte im einstelligen Bereich, gebietsweise sogar nur knapp über dem Gefrierpunkt registriert. Dazu gab es immer wieder Schauer, die natürlich als Schnee niedergingen.
In den kommenden Tagen verschieben sich die Temperaturzonen in Europa deutlich. So wird ein umfangreiches Tiefdrucksystem, das von Skandinavien bis nach Südwesteuropa reichen soll, bis zum Wochenende in weiten Teilen des westlichen und zentralen Europa für deutliche Abkühlung sorgen. Die Zone mit der wärmsten Luftmasse wird dann voraussichtlich zwischen südlicher Adria und der Ukraine zu finden sein. Auch in Richtung Ural werden die Temperaturen stark ansteigen, nur ganz im Norden Europas bleibt es wohl recht frisch.
Dipl.-Phys. Ansgar Engel Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Verzeichnis: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Z Wetterbericht Wetter 10 tage Albanien Algerien Afghanistan Andorra Angola Antigua barbuda Aequatorialguinea Argentinien Armenien Aserbaidschan Aethiopien Australien Bahamas Bahrain Bangladesch Barbados Belgien Belize Benin Bhutan Bolivien Bosnien herzegowina Reisewetter Europa Italien Niederlande Oesterreich Polen Spanien Schweiz Slowakei Slowenien Tuerkei Tschechien Ungarn Finnland Groenland Thailand Frankreich Wetter Grossbritannien USA Zypern
Ein Blick auf die Temperaturverteilung in Europa zeigt derzeit viel mehr einen Gegensatz zwischen West und Ost als einen - wie man das erwarten würde - von Nord nach Süd. Kalte polare Luft hat sich vom Nordmeer über den Westen des Kontinents bis nach Spanien durchgesetzt, selbst in Marokko ist es deutlich kühler als gewohnt. Dagegen hat sich Warmluft über dem Osten Europas bis in den Norden Russlands durchgesetzt.
Als Beispiele für die Temperaturgegensätze sollen einige Höchsttemperaturen vom gestrigen Donnerstag dienen: Kalt präsentierten sich Frankreich und Spanien. In Paris erreichte das Quecksilber gerade mal 12, in Madrid 14 Grad. Über 20 Grad wurden nur in Andalusien und an der Mittelmeerküste gemessen. Auch in Marokko blieb es recht kühl. Bei auflandigem Wind wurden dort an der Atlantikküste gerade mal 20 Grad erreicht, im Binnenland zumeist auch unter 25 Grad.
Auch über Deutschland zeigt sich der Gegensatz zwischen West und Ost. So wurden im Westen des Landes gestern 10 Grad vielfach nicht erreicht. In Köln waren es gerade mal 9 Grad, in mittleren Höhenlagen der westlichen Mittelgebirge meist nur um 5 Grad, so z.B. in Nürburg oder Bad Berleburg. Wärmer war es dagegen im Osten und Südosten des Landes. An der unteren Donau wurden immerhin knapp 17 Grad gemessen, dort fiel gestern aber auch einiges an Regen. In der Nacht zum Freitag fiel die Temperatur im Westen Niedersachsens sogar wieder fast bis zum Gefrierpunkt, in Wittmundhaven und Oldenburg wurden Minima von 1 Grad und Bodenfrost registriert. Über den westlichen Niederlanden war es noch kälter. Dort gab es stellenweise sogar Frost in 2 Metern Höhe und Bodenfrost bis -5 Grad.
Werfen wir nun noch einen Blick auf die warme Hälfte Europas: So wurden gestern in Griechenland und rund um die Ägäis meist 25 bis 30 Grad registriert, im Binnenland örtlich sogar deutlich darüber. Viel ungewöhnlicher sind jedoch die hohen Temperaturen im Nordosten Europas. In Estland erreichte die Temperatur verbreitet über 25 Grad, auch in Finnland wurde die Schwelle zum Sommertag örtlich überschritten. Einige Gewitter vervollständigten dort den sommerlichen Charakter des Wetters. Nur an den Küsten war es noch deutlich kühler, was bei Wassertemperaturen von etwa 5 Grad im finnischen Meerbusen nicht überraschend ist. In Russland wurden in 64 Grad nördlicher Breite am teilweise noch eisbedeckten Weißen Meer in Archangelsk stolze 26 Grad erreicht, allerdings nur bei ablandigem Wind. Etwa 160 km nordwestlich in Zizgin, wo der Wind vom Meer her wehte, verharrte die Temperatur bei 4 Grad. Weit nördlich des Polarkreises, in Murmansk an der Barentssee, wurde es 15 Grad mild - und damit wärmer als in der spanischen Hauptstadt. Besonders heiß wurde es im nordrussischen Koslan auf 63 Grad nördlicher Breite mit 31 Grad, dagegen sind die 26 Grad in der russischen Hauptstadt ein geradezu bescheidener Wert.
Hier in Deutschland ist zunächst noch keine wesentliche Änderung der Wetterlage zu erwarten. So bleibt es auch am morgigen Samstag noch sehr kühl und überwiegend bedeckt, auch Regenfälle stehen weiterhin auf dem Programm. Erst am Sonntag wird es dann von Westen her langsam freundlicher und milder, eine durchgreifende Wetteränderung ist das aber noch nicht. Zunehmend auf West drehende Winde sorgen aber nächste Woche dann immerhin wieder für etwas höhere Temperaturen.
Dipl.-Met. Peter Hartmann Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale
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Vom Hochsommer zum Winter - quer durch Europa
Eine Reise quer durch den europäischen Kontinent ist derzeit wie eine Reise durch die Jahreszeiten. So herrschten am Mittwoch auf der Iberischen Halbinsel verbreitet sommerliche Temperaturen über 25 Grad, in weiten Teilen sogar Werte über 30 Grad. Am Flughafen Sevilla (San Pablo) wurden beispielsweise satte 34 Grad gemessen, doch auch im Norden Spaniens wurde es stellenweise heiß, wie in Bilbao mit immerhin noch 33 Grad. Etwas gedämpfter, aber immer noch sommerlich zeigten sich die Temperaturen in Frankreich. Hier lagen die Werte meist zwischen rund 24 Grad im Norden und um 28 Grad, vereinzelt auch knapp über 30 Grad im Südwesten. Wir in Deutschland bekamen auch noch etwas von der Sommerluft mit, zumindest im Westen der Republik zeigten die Thermometer Höchstwerte von 25 Grad und knapp darüber an. In Richtung Nordwesteuropa, also auf den Britischen Inseln, herrschten Frühlingstemperaturen um die 20 Grad. Weiter in Richtung Osteuropa wurde es schon etwas frischer. Zwischen Baltikum und Schwarzem Meer lagen die Höchstwerte in der Regel zwischen 10 und 20 Grad. Die kältesten Ecken waren erwartungsgemäß im äußersten Norden und Osten des Kontinents zu finden. So wurden im Norden Norwegens und Finnlands und auch direkt am Ural nur Höchstwerte im einstelligen Bereich, gebietsweise sogar nur knapp über dem Gefrierpunkt registriert. Dazu gab es immer wieder Schauer, die natürlich als Schnee niedergingen.
In den kommenden Tagen verschieben sich die Temperaturzonen in Europa deutlich. So wird ein umfangreiches Tiefdrucksystem, das von Skandinavien bis nach Südwesteuropa reichen soll, bis zum Wochenende in weiten Teilen des westlichen und zentralen Europa für deutliche Abkühlung sorgen. Die Zone mit der wärmsten Luftmasse wird dann voraussichtlich zwischen südlicher Adria und der Ukraine zu finden sein. Auch in Richtung Ural werden die Temperaturen stark ansteigen, nur ganz im Norden Europas bleibt es wohl recht frisch.
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